Inselbus Ja – aber nicht auf Kosten des von Roll-Gebiets

Avatar of SP Stadt Bern SP Stadt Bern - 21. April 2010 - Aus dem Stadtrat, Verkehr

Von Ursula Marti, Stadträtin

Es war ein Fehlentscheid der Regionalen Verkehrskonferenz RVK, die bessere Erschliessung des Inselspitals – die notwendig und absolut unbestritten ist – mit der 11er-Bus-Linie zu verknüpfen. Denn das bedeutet, dass die Haltestelle Güterbahnhof, die das von Roll-Areal erschliesst, nicht mehr mit dem Bus bedient wird. Dies obwohl auf dem von Roll-Areal ein neuer Uni-Campus (Pädagogische Hochschule) mit 4000 Studierenden entsteht und viele weitere Arbeitgeber – in Zukunft auch der Feuerwehrstützpunkt und die KVA – in diesem Gebiet angesiedelt sind und sein werden. Die geplante Erschliessung mit Postautos hat einen grossen Haken: Die Postautos halten nicht am Bahnhofplatz, wie alle städtischen Busse und Trams und haben nicht den gleichen Takt (vor allem in den Randzeiten), es kann also keineswegs von einem gleichwertigen Ersatz gesprochen werden. Der Stadtrat kann nicht über die Linienführung entscheiden. Der Gemeinderat könnte aber der Regionalkonferenz beantragen, auf diesen unglücklichen Entscheid zurückzukommen und den Güterbahnhof weiterhin mit städtischen Linien zu erschliessen. Denn das “Abhängen” des von Roll-Gebietes ist nicht durchdacht, unverständlich und wird von der Bevölkerung nicht goutiert. Der 11er-Ringbus ist nur eine von verschiedenen Möglichkeiten, den Standort Güterbahnhof/von Roll auch weiterhin mit Stadtbussen zu bedienen. Es gibt auch andere Varianten: Die bisherige 11er-Linie könnte beibehalten und die Erschliessung des Inselspitals mit einer andern Linie verknüpft werden. Die Linie 20 könnte zum Beispiel problemlos bis ins Inselspital weitergeführt werden, anstatt bereits am Bahnhofplatz zu wenden. Damit wäre in kurzer Frist eine Lösung möglich. Mittelfristig lohnt es sich aber, ernsthaft über eine Ringlinie entlang der Bremgartenstrasse nachzudenken. Damit könnten wichtige Einrichtungen, wie etwa das Lindenhofspital, ebenfalls direkt mit städtischen Bussen bedient werden – ab Bahnhofplatz! – anstatt wie ebenfalls vorgesehen mit Postautos.

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6 Kommentare

Rürup Rente – 06. Oktober 2010

Inselbus Ja – aber nicht auf Kosten des von Roll-Gebiets

Es ist doch vollkommener Unsinn anzunehmen man könne rechtlich nichts machen gegen Stuttgart-21, nur weil der Paul Kirchhoff das im Fernseher gesagt hat. Wo ein Wille ist ist auch ein Weg. Unter der Überschrift "Gutachten gegen Gutachten" stand gestern in der Stuttgarter Zeitung ein sehr interessanter Artikel. Der Rechtsprofessor Georg Hermes sieht die Rechtslage demnach ganz anders als Herr Paul Kirchhoff. Zitat Georg Hermes: "Es sei klar, dass das Eisenbahnrecht beim Bund liege, das Land trage aber erhebliche Kosten, damit sei es mit zuständig." Professor Georg Hermes lässt auch nicht gelten, dass Verträge ewig unkuendbar sein sollen. "Das verstösst gegen das Demokratieprinzip." Neue Parlamente hätten dann keine Möglichkeiten, aus langfristigen Verträgen herauszukommen, argumentierte Hermes. Auch den Einwand, gegen den Haushalt sei keine Volksabstimmung möglich, lässt Hermes nicht gelten. "Dann wäre eine Abstimmung über jedes Gesetz, das Geld kostet, ausgeschlossen.

Daniela Lutz – 18. Mai 2010

Inselbus Ja – aber nicht auf Kosten des von Roll-Gebiets

Und trotzdem wurde eine Chance verpasst. Die Forderungen der SP wären bis zur Umsetzung der Linie in das Inselareal auch z. B. von der GFL mitgetragen worden und wir hätten gemeinsam für kreative Lösungen eingestanden. Wir werden weiterhin den Bus in die Insel unterstützen und die Fortsetzung nach Ausserholligen. Auch werden wir uns den Forderungen der SP für eine gute öffentliche Erschliessung des von Roll Areals einsetzten.

David Stampfli – 03. Mai 2010

Inselbus Ja – aber nicht auf Kosten des von Roll-Gebiets

Die heutige ÖV-Erschliessung ist schon nicht befriedigend. Einerseits ist der 12er-Bus chronisch überfüllt, andererseits sind das Lindenhofspital, das Gymnasium und die Sportanlagen Neufeld nicht mit dem ÖV erschlossen. Von diesem Standpunkt aus gesehen, wäre ein weiterer Abbau schlichtweg untragbar.

Ursula Marti – 03. Mai 2010

Inselbus Ja – aber nicht auf Kosten des von Roll-Gebiets

Lieber Herr Bachofner, ich beantworte Ihre Frage gerne: Die Postautos fahren ab der Perronplatte oben beim Bahnhofparking und halten nicht am Bahnhofplatz, dem Umsteigeknotenpunkt für alle andern städtischen Linien. Umsteiger/innen, die von andern Quartieren zum Güterbahnhof fahren wollen, müssen neu entweder einen ziemlichen Fussweg oder ein zusätzliches Umsteigen in Kauf nehmen. Das ist der grosse Unterschied zwischen Postautos und Bussen. Das wird übrigens zur Folge haben, dass noch mehr Personen den 12er-Bus benutzen werden, der schon heute stark überlastet ist. Es ist natürlich Ansichtssache, ob das zumutbar ist. Viele Fachleute sagen jedenfalls, dass es sinnvoller wäre, den Inselbus mit einer andern Linie zu verknüpfen (es gäbe mehrere Möglichkeiten) als mit der 11er-Linie. Nicht zu vergessen, dass rund ums von Roll-Areal viel Neues entsteht mit vielen zusätzlichen Pendler/innen (z. B. PH), weshalb ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt die Verbindung ins Zentrum verschlechtern?

Marc Bachofner – 03. Mai 2010

Inselbus Ja – aber nicht auf Kosten des von Roll-Gebiets

Ich gehe mit Herr Willi Zahnd voll und ganz einig. Mir erscheint die Ablehnung durch den Stadtrat als reine Trotzhaltung. Liebe Frau Marti, können Sie mir bitte mal erklären, was am Vorschlag der RVK so schlecht sein soll? Den Bewohnerinnen und Bewohner des Quartiers (z. B. Waldheimstrasse und Fabrikstrasse) als auch den Besucherinnen und Besuchern des Friedhofes geht es primär darum eine ÖV-Verbindung in die Stadt zu haben. Ob diese mit gelb (Postauto), einem privaten Busunternehmen oder rot (Bernmobil) sichergestellt wird, ist doch wirklich sekundär.

Willi Zahnd – 21. April 2010

Inselbus Ja – aber nicht auf Kosten des von Roll-Gebiets

Das Postauto hält doch auch im Güterbahnhof, nur heisst die Haltestelle Bremgartenfriedhof und liegt auf der anderen Strassenseite. Und am Bahnhof hat es auch eine Haltestelle Schanzenstrasse. Diese gewährleistet den Uebergang auf die Züge noch besser als der Bahnhofplatz. Und der Anschluss an die Bern Mobil Trams ist nebenan im Hirschengraben. Zugegeben, bis zu einigen Buslinien ist es 2 Minuten weiter. Aber so schlecht wie sie hier dargestellt wird, ist die von der RVK vorgeschlagene Lösung jedenfalls auch nicht.